VÖLKLINGEN. Die SPD-Stadtratsfraktion Völklingen bringt einen Grundsatzantrag in den Stadtrat ein, um das ehemalige Postgebäude am Otto-Hemmer-Platz zu einem städtischen Kunst- und Kulturzentrum weiterzuentwickeln. Ziel ist ein modernes Haus, das Kultur, Bildung und Begegnung bündelt – und damit die Innenstadt stärkt, Teilhabe ermöglicht.
Vier Säulen für ein „Haus der Stadtgesellschaft“
Konkret schlägt die SPD ein Zentrum vor, das auf vier Säulen basiert:
- Breitenkultur: Räume und Infrastruktur für Bands, Musikvereine, Amateur- und Nachwuchskultur – insbesondere durch schallgedämmte Proberäume, die in Völklingen seit Jahren fehlen.
- Kulturelle Bildung: Ein Schwerpunkt mitten in der Innenstadt – inklusive der Integration einer städtischen Musikschule als dauerhafter Bildungsanker und Partner für Kitas, Schulen und Jugendarbeit.
- Museale Nutzung: Eine städtische Galerie für wechselnde Ausstellungen sowie ein zeitgemäßes Stadtmuseum / „Museum der Gegenwart Völklingens“, das Identität, Vielfalt und Stadtgeschichte lebendig vermittelt.
- Freie Szene: Ein fester Ort für professionelle künstlerische Arbeit als eigenständige Säule – zugleich Impulsgeber und Kooperationspartner für Bildung, Breitenkultur und Ausstellungspraxis.
Kulturpolitischer Sprecher Erik Roskothen betont die Bedeutung: „Das ist ein echter Neustart für die Innenstadt. Wir schaffen einen Ort, an dem Talente wachsen, kulturelle Bildung selbstverständlich wird und lokale Szene und Profis gemeinsam arbeiten können.
Impuls für City, Begegnung und Zukunft
Die SPD sieht in der ehemaligen Post eine Chance, dem Otto-Hemmer-Platz neue Frequenz zu geben und die Innenstadt als Aufenthalts- und Erlebnisraum zu stärken. Kultur, Bildung und – wo passend – Gastronomie und kleinteiliges Gewerbe können sich dabei gegenseitig tragen und die City insgesamt beleben. Insbesondere die gute Bausubstanz und Struktur des Gebäudes verpflichten quasi zu einer Reaktivierung.
Kulturelle Teilhabe im Quartier stärken
Gerade für die Innenstadt ist der Ansatz aus Sicht der SPD auch sozialpolitisch bedeutsam. Fraktionsvorsitzende Stephanie Meiser erklärt: „Die nördliche Innenstadt steht im Landesprogramm zur quartiersbezogenen Armutsbekämpfung – das ist Auftrag und Chance zugleich. Ein Kultur- und Bildungszentrum mitten in der Innenstadt bedeutet: niedrigschwellige Angebote, echte Teilhabe für Kinder und Familien und ein Ort, der Perspektiven eröffnet, statt Barrieren zu verstärken.“
„Wir wollen ein selbstbewusstes Völklingen, das Zukunft gestaltet und Leerstand in Leben verwandelt“, so die SPD-Fraktion abschließend. „Das ehemalige Postgebäude kann zu einem Ort werden, der die Stadt zusammenbringt – und weit über Völklingen hinaus wirkt.“
Historische Chance durch Fördermittel und kluge Umsetzung
Aus Sicht der SPD bietet sich aktuell eine außergewöhnliche Gelegenheit, den Sanierungsstau anzugehen und zugleich einen neuen Schwerpunkt in der City zu setzen. Völklingen kann dabei nach heutiger Perspektive mit einem zusätzlichen Investitionsrahmen von rund 20 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes rechnen. Diese Mittel sollen – ergänzt um weitere Förderprogramme von Bund und Land – gezielt für ein Vorhaben eingesetzt werden, das nachhaltig stärkt, statt kurzfristig zu flicken.
Fraktionsvorsitzende Stephanie Meiser betont: „Wir müssen jetzt klug investieren, statt weiter nur zu verwalten. Mit den Mitteln aus dem Sondervermögen Infrastruktur und ergänzenden Förderprogrammen können wir ein Projekt auf den Weg bringen, das den Sanierungsstau angeht, ohne den städtischen Haushalt mit neuen Krediten zu überfordern – und das gleichzeitig dauerhaft Leben in die City bringt.“
Bildungsausschuss als Lenkungsgremium
Der Antrag sieht außerdem ausdrücklich vor, kultur- und bildungsnahe Zusatznutzungen, eine passende gewerbliche Mitnutzung im Erdgeschoss (z. B. Kulturcafé, kulturnahe Läden) sowie auch eine modulare Umsetzung einzelner Bausteine zu prüfen. „Entscheidend ist die Kernidee: ein starker Kultur- und Bildungsstandort für die Innenstadt – mit realistischen Schritten und tragfähigem Betrieb“, so die Fraktion.
Damit aus der Idee ein umsetzbares Projekt wird, enthält der Antrag konkrete nächste Schritte: Die Verwaltung soll auf Basis vorhandener Pläne und Gebäudedaten eine überschlägige, verwendungsunabhängige Ermittlung des Sanierungsbedarfs des ehemaligen Postgebäudes vorlegen. Parallel soll geprüft werden, welche Förderprogramme in Frage kommen, welche haushalts- und förderrechtlichen Schritte erforderlich sind und welche Partner für Planung, Betrieb und Inhalte gewonnen werden können.
