Die anhaltende Hitzewelle stellt Schulen und Kindertagesstätten zunehmend vor große Herausforderungen. Während in Europa Rekordtemperaturen gemessen werden und auch im Saarland mit 41,3 Grad Celsius ein neuer Höchstwert erreicht wurde, leiden insbesondere Kinder und Beschäftigte in öffentlichen Einrichtungen unter den Auswirkungen.
In der Grundschule Lauterbach steigen die Temperaturen in den Klassenräumen regelmäßig auf über 30 Grad. Weder Verschattungsmaßnahmen noch Querlüftung reichen inzwischen aus, um ein angenehmes Lernklima zu schaffen. Die Folge ist immer häufiger Unterrichtsausfall, weil konzentriertes Lernen unter diesen Bedingungen kaum noch möglich ist. Gleichzeitig stellt die Hitzebelastung auch aus Sicht des Arbeitsschutzes für Lehrerinnen und Lehrer eine erhebliche Herausforderung dar.
Während die Sommerferien die Situation in der Schule nun vorübergehend entschärfen, gilt dies nicht für den im Erdgeschoss untergebrachten Kindergarten. Dort sind Kinder sowie Erzieherinnen und Erzieher den hohen Temperaturen weiterhin ausgesetzt.
Im Haushalt der Stadt Völklingen sind derzeit 840.000 Euro für eine Fassadensanierung des Gebäudes vorgesehen. Nach den bisherigen Planungen soll die nach Südwesten ausgerichtete Fensterfassade der Klassen- und Gruppenräume erneuert werden. Das Schulgebäude wurde 1963 in Betrieb genommen.
Ortsvorsteher Erik Roskothen regt an, die vorgesehenen Maßnahmen nochmals unter dem Gesichtspunkt der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit zu bewerten.
„Wesentlich effektiver als eine rein passive Dämmung wäre eine aktive Klimatisierung der Unterrichtsräume“, so Roskothen. „Eine Fassadensanierung würde voraussichtlich über viele Monate hinweg Baustellen und Einschränkungen im Schul- und Kitabetrieb mit sich bringen. Eine solche Maßnahme lässt sich nicht allein während der Sommerferien umsetzen.“
Nach seiner Einschätzung könnte eine moderne Klimatisierung in Kombination mit einer intelligenten Steuerung der Verschattung sowie dem Austausch der Beleuchtung gegen energieeffiziente LED-Technik schneller realisiert werden und unmittelbar zu besseren Lern- und Aufenthaltsbedingungen führen.
„Die Kosten lägen nach meiner Einschätzung deutlich unter den derzeit vorgesehenen Investitionsmitteln. Dadurch könnten möglicherweise weitere Schulstandorte in Völklingen von einer Klimatisierung profitieren. Zudem wurde die Fassade bereits vor rund 15 Jahren saniert und befindet sich sowohl optisch als auch technisch in einem guten Zustand“, erläutert Roskothen.
Mit dem Beschluss des Bildungsausschusses, die Grundschule Bergstraße einschließlich der Dependance Röchlinghöhe mit einer Klimatisierung auszustatten, sei bereits ein wichtiger Schritt getan worden.
„Mit dieser Entscheidung ist das bisherige Tabu einer Klimatisierung von Schulen gefallen. Nun sollten wir die Gelegenheit nutzen, ein Gesamtkonzept für alle Völklinger Schulen zu entwickeln. Angesichts der immer häufiger auftretenden Hitzeperioden geht es nicht um Komfort, sondern um gesunde Lern- und Arbeitsbedingungen für Kinder und Beschäftigte“, betont Roskothen.
Die aktuellen Erfahrungen in Lauterbach zeigen, dass die Folgen des Klimawandels längst im Schulalltag angekommen sind. Deshalb sollte jetzt geprüft werden, welche Maßnahmen den größten Nutzen für die Schülerinnen und Schüler sowie die Beschäftigten bringen und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvoll umgesetzt werden können.
